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Prémio Camões 2016 geht an Raduan Nassar

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2016 an den brasilianischen Autor Raduan Nassar verliehen.  Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Im letzten Jahr wurde die portugiesische Schriftstellerin Hélia Correia ausgezeichnet.

Raduan Nassar wurde 1937 in Pindorama geboren, seine Eltern waren in den 1920er aus dem Libanon nach Brasilien emigriert. Er hat insgesamt nur drei Bücher veröffentlicht, die jedoch nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben und in viele Sprachen übersetzt wurden. Seine beiden Romane Um copo de cólera und Lavoura arcaíca wurden in den 1970er Jahren in Brasilien veröffentlicht, die deutschen Übersetzungen erschienen bei Suhrkamp, sind jedoch im Moment nur noch antiquarisch lieferbar. Mitte der 1990er Jahre folgte der Erzählband Menina a caminho, der bisher nicht in deutscher Übersetzung vorliegt.

Raduan Nassar hat sich nach dem Erfolg seiner beiden Romane in den 1980er Jahren nahezu vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und sich der Landwirtschaft auf seiner Quinta gewidmet. Er tritt bis heute nur sehr selten in Erscheinung, daher hatte seine öffentliche Unterstützung für Dilma Rousseff in den letzten Wochen besonderes Gewicht in der brasilianischen Öffentlichkeit.

Ein ausführlicher Artikel zu Raduan Nassar erschien in der portugiesischen Zeitung Público.

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Prémio Camões 2015 geht an Hélia Correia

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2015 an die portugiesische Autorin Hélia Correia verliehen.  Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Im letzten Jahr hatte der brasilianische Historiker Alberto Costa e Silva den Preis erhalten.

Hélia Correia: Vinte degraus e outros contosDer Jury, die sich einstimmig für Hélia Correia entschied, gehörten in diesem Jahr der Literaturkritiker Pedro Méxia, Rita Marnoto von der Universität Coimbra, der brasilianische Lyriker und Essayist Antonio Carlos Secchin, der Schriftsteller Affonso Romano Sant’Anna ebenfalls aus Brasilien sowie Inocência Mata aus São Tomé e Príncipe und der mosambikanische Autor Mia Couto, der Preisträger von 2013, an.

Hélia Correia hat bisher ein sehr vielfältiges Werk veröffentlicht, das sowohl Romane und Erzählungen, aber auch von der klassischen griechischen Tragödie inspirierte Theaterstücke, Gedichte und Kinderbücher beinhaltet.

Für ihren zuletzt erschienenen Erzählband Vinte degraus e outros contos hatte sie im vergangenen Jahr bereits den Grande Prémio do Conto Camilo Castelo Branco 2014 zuerkannt bekommen.

In einer ersten Reaktion zeigte sich die Autorin überrascht über die Preisvergabe. Ihr langjähriger Verleger Francisco Vale vom unabhängigen Verlag Relógio d’água sprach ebenfalls von einem „unerwarteten, aber wohlverdienten“ Preis.

In deutscher Übersetzung wurden bisher nur einzelne Gedichte und Erzählungen in Anthologien veröffentlicht, so in der 1999 zum 25. Jahrestag der Nelkenrevolution erschienen Ausgabe der Literaturzeitschrift „die horen“ sowie in der 1997 zum Portugal-Schwerpunkt der Buchmesse veröffentlichten Zeitschrift „Metaphora“.

Ein ausführlicher Artikel über die Preisvergabe ist in der Hélia Correia im Público erschienen.

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Prémio Camões 2014 geht an Alberto da Costa e Silva

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2014 an den brasilianischen Lyriker und Historiker Alberto da Costa e Silva verliehen. Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Der 83jährige Costa e Silva, der sich in einer ersten Stellungnahme überrascht über die Zuerkennung des Preises zeigte, folgt auf den letztjährigen Preisträger, den mosambikanischen Autor Mia Couto, der neben José Eduardo Agualusa, Affonso Romano de Sant’Anna, Antonio Carlos Secchin, Rita Marnoto und José Carlos Vasconcelos der diesjährigen Jury angehörte.

Alberto Da Costa e Silva: Imagens da ÁfricaAlberto da Costa e Silva hat sich in seinen Veröffentlichungen vor allem mit der Geschichte Afrikas auseinandergesetzt. Als wegweisend gelten seine Arbeiten über die Sklaverei und die Beziehungen zwischen dem afrikanischen Kontinent und Brasilien. Sein neuestes diesbezügliches Werk Imagens da África wurde 2012 in Brasilien veröffentlicht.

Der Autor, der auch einige Jahre als Botschafter Brasiliens in Portugal tätig war, hat neben seinen historischen Werken auch einige Lyrikbände publiziert.

Ein ausführlicher Artikel über die Preisvergabe ist in der Onlineausgabe des Público erschienen.

 

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Prémio Camões 2013 geht an Mia Couto

Der wichtigste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt – Prémio Camões –  geht in diesem Jahr an den mosambikanischen Schriftsteller Mia Couto. Diese Entscheidung gab die Jury, der in diesem Jahr Clara Crabbé Rocha,  José Carlos Vasconcelos,  Antônio Alcir Pécora, Alberto da Costa e Silva, João Paulo Borges Coelho und José Eduardo Agualusa angehörten, gestern Abend in Brasilien bekannt.Mia Couto: Unter dem FrangipanibaumDer Preis ist mit 100.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum 25. Mal vergeben. Mia Couto ist nach José Craveirinha im Jahr 1991 der zweite Preisträger aus Mosambik. Mit fast 30 veröffentlichten Büchern (Romane, Erzählungen, Lyrik, Essay und Kinderbücher) ist er heute der bekannteste und auch im Ausland erfolgreichste Autor des afrikanischen Landes. In deutscher Übersetzung sind bisher zwei Bücher erschienen, Das schlafwandelnde Land (Terra sonâmbula)  und Unter dem Frangipanibaum (A varanda do frangipani), wobei nur noch der zweite Titel lieferbar ist. Für das kommende Jahr ist eine weitere Veröffentlichung in deutscher Sprache geplant.

Im letzten Jahr erschien sein neuester Roman A confissão da leoa.

Mia Couto wurde 1955 in Beira als Sohn portugiesischer Emigranten geboren, er studierte zunächst Medizin, später Biologie und arbeitet seit vielen Jahren als Biologe in Mosambik. Sein erster Lyrikbank Raíz de Orvalho erschien 1983.  Bekannt geworden ist er schon mit seinen ersten Erzählbänden und Romane, die  vor allem durch seinen innovativen Sprachgebrauch und die Aufnahme  der oralen Erzählkultur Mosambiks in seine Geschichten geprägt sind.

In einer ersten Reaktion auf die Preisvergabe zeigten sich sowohl Mia Couto als auch sein portugiesischer Verleger Zeferino Coelho sehr glücklich und zufrieden mit der Preisvergabe.

Z um Weiterlesen:

Público

Jornal de Notícias

Globo

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Prémio Camões geht an Dalton Trevisan

Der brasilianische Schriftsteller Dalton Trevisan wird in diesem Jahr mit dem Prémio Camões, der höchsten literarischen Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt, ausgezeichnet.

Die Jury – bestehend aus Silviano Santiago, Ana Paula Tavares, Abel Barros Baptista, João Paulo Borges Coelho und  Alcir Pécora – entschied sich einstimmig für den 1925 in Curitiba geborenen brasilianischen Autor. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert, die Liste der bisherigen Preisträger findet sich hier.

Dalton Trevisan ist vor allem als Autor von Kurzgeschichten bekannt geworden. Er lebt sehr zurückgezogen, selbst mit seinem brasilianischen Verlag ist der Kontakt auf das Nötigste beschränkt. Seine bekanntesten Werke sind Novelas nada exemplares, Guerra conjugal und Pico na veia.

In den 1980er Jahren erschien bei Suhrkamp der Titel Ehekrieg in deutscher Übersetzung.

siehe auch:

Público

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Prémio Camões geht an Manuel António Pina

Der portugiesische Schriftsteller Manuel António Pina  erhält in diesem Jahr den Prémio Camões, die höchste literarische Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt.

Die Jury – bestehend aus Rosa Martelo, Abel Barros Baptista, António Carlos Secchim, Edla Van Steen, Ana Paula Tavares und Inocência Mata – entschied sich einstimmig für den Lyriker, Chronisten und Kinderbuchautor, der sich in einer ersten Stellungnahme gegebenüber der portugiesischen Tageszeitung Público überrascht zeigte. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert, die Liste der bisherigen Preisträger findet sich hier.

Manuel António Pina wurde 1943 geboren, arbeitete mehrere Jahrzehnte als Journalist. 1974 erschien der erste Lyrikband mit dem Titel  Ainda Não É o Fim nem o Princípio do Mundo Calma É Apenas Um Pouco Tarde. 

Ein Jahr darauf veröffentlichte er sein erstes KinderbuchO País das Pessoas de Pernas para o Ar. In der Folgezeit hat er zahlreiche weitere Kinderbücher und Lyrikbände publiziert.

Manuel Alberto Pina  gilt als einer der besten portugiesischsprachigen Chronisten und schreibt noch heute regelmäßig eine Kolumne für die Tageszeitung Jornal de Notícias.

siehe auch:

Público

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Prémio Camões für Ferreira Gullar

Der brasilianische Lyriker und Dramaturg Ferreira Gullar wird in diesem Jahr mit dem bedeutendsten Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, dem Prémio Camões,  ausgezeichnet – das gab gestern Abend die portugiesische Kulturministerin Gabriela Canavilhas bekannt.

Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert und wurde 1988 von Portugal und Brasilien ins Leben gerufen, er wird einmal jährlich einer herausragenden Persönlichkeit der lusophonen Literaturwelt verliehen. Die letzten Preisträger waren 2009 der kapverdische Autor Arménio Vieira, 2008 der brasilianische Autor João Ubaldo Ribeiro und 2007 António Lobo Antunes aus Portugal.

Zur Preisverleihung siehe auch die Artikel in nova cultura! (deutsch) und Diário de Notícias (portugiesisch). Die offizielle Seite von Ferreira Gullar findet sich hier.

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Prémio Camões 2009 geht an Arménio Vieira

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2009 erstmals an einen kapverdischen Autor verliehen. Der Preis, der 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen wurde, mit 100.000 Euro dotiert ist und mit dem jährlich ein lusophoner Schriftsteller ausgezeichnet wird, geht in diesem Jahr an den 1941 geborenen Arménio Vieira.

In einer ersten Reaktion zeigten sich sowohl Arménio Vieira als auch andere bekannte kapverdische Schriftsteller wie Germano Almeida sehr zufrieden mit Preisverleihung, die von den Befragten zugleich auch als (längst fällige) Auszeichnung für die Literatur des Archipels verstanden wird.

Ein Interview mit Arménio Vieira in portugiesischer Sprache finden Sie hier.

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João Ubaldo Ribeiro – Neuedition

A Casa dos Budas DitososDas Werk von João Ubaldo Ribeiro, eines der bekanntesten brasilianischen Autoren, erscheint seit kurzem in einer neuen Ausgabe mit einheitlichem Design im Verlag von Nelson de Matos. Bisher veröffentlicht wurden der wohl bekannteste Roman Viva o Povo Brasileiro, A Casa dos Budas Ditosos und Miséria e Grandeza do Amor de Benedita.

In allen Werken ist die originale brasilianisch-portugiesische Orthographie beibehalten worden, leider oft keine Selbstverständlichkeit.Viva o povo brasileiro

João Ubaldo Ribeiro wurde im vergangenen Jahr mit dem Prémio Camões, dem bekanntesten Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, ausgezeichnet. Einige seiner bekanntesten Romane liegen auch in deutscher Übersetzung vor. Original und Übersetzung gibt es wie immer bei uns in der Buchhandlung.Miséria e grandeza do amor de Benedita

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João Ubaldo Ribeiro erhält Prémio Camões

Nachdem am gestrigen Abend der Prémio Camões 2007 an António Lobo Antunes überreicht wurde, wurde heute der diesjährige Preisträger des renommiertesten Literaturpreises der portugiesischsprachigen Welt bekanntgegeben.

Der 1988 von der portugiesischen und brasilianischen Regierung ins Leben gerufene Preis, mit dem jeweils ein Autor für sein Gesamtwerk ausgezeichnet wird, ist mit 100.000 Euro dotiert und geht in diesem Jahr an den brasilianischen Autor João Ubaldo Ribeiro. Der 1941 geborene Autor ist vor allem durch seine herausragenden Romane Viva o povo brasileiro (in deutscher Übersetzung bei Suhrkamp mit dem Titel Brasilien, Brasilien erschienen), Sargento Getúlio und O Sorriso do Lagarto bekannt geworden. Viele deutsche Leser kennen ihn außerdem durch das Buch Um brasileiro em Berlim (Ein Brasilianer in Berlin), in dem er seine amüsanten Erfahrungen aus dem Leben in der deutschen Hauptstadt Anfang der 90er Jahre beschreibt. Die meisten seiner Romane sind auch ins Deutsche übersetzt worden, aber nur noch teilweise lieferbar.

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