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António Lobo Antunes: Ich gehe wie ein Haus in Flammen

In schöner Regelmäßigkeit erscheinen fast jedes im Luchterhand Verlag neue Übersetzungen des Werks von António Lobo Antunes, der mit seinem komplexen Werk schon mehrfach für den Nobelpreis gehandelt wurde.

Ich gehe wie ein Haus in Flammen von Antonio Lobo Antunes

Obwohl der Autor immer mal wieder angekündigt hat, keine weiteren Romane mehr veröffentlichen zu wollen, ist doch in Portugal noch in jedem Herbst ein neues Buch erschienen,  der deutsche Verlag folgt dem mit etwas zeitlichem Abstand.

Seit Jahren übersetzt Maralde Meyer-Minnemann die schwierigen, vielstimmigen Texte hervorragend ins Deutsche. Druckfrisch bei uns eingetroffen ist der Roman Ich gehe wie ein Haus in Flammen (Originaltitel (2014): Caminho como uma casa em chamas).

Auch der neue Roman des Weltliteraten aus Portugal ist ein Glanzstück der polyphonen Stimmenführung. Alle Mieter eines ganz normalen Wohnhauses in Lissabon kommen hier zu Wort, erzählen aus ihrem Leben, von ihrer Vergangenheit, ihren Sehnsüchten und Ängsten. Sie kommen aus Portugal, Afrika oder der Ukraine, sie sind jung oder alt, einsam oder krank oder wütend, und sie wissen wenig voneinander. Was sie eint, ist die verzweifelte Suche nach Sinn, nach Wärme, nach Liebe.

António Lobo Antunes: Ich gehe wie ein Haus in Flammen , 24,00 EUR ab sofort bei uns erhältlich (das Original natürlich auch.)

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Ilse Losa: Die Welt in der ich lebte – wieder aufgelegt

Ilse Losa: Die Welt in der ich lebteLange war es in deutscher Übersetzung vergriffen, Ilse Losas Roman Die Welt in der ich lebte, der 1949 als O Mundo em que vivi in portugiesischer Sprache erschien, seither in Portugal zahlreiche Auflagen erlebt hat und zur Schullektüre gehört. Das von Maralde Meyer-Minnemann noch unter Mitarbeit der 2006 verstorbenen Autorin übersetzte Buch wurde jetzt vom Bergmann Verlag aus Melle wieder aufgelegt.

Als Ilse Lieblich wurde Ilse Losa 1913 in Buer geboren und wuchs in Osnabrück auf. 1934 floh sie vor der Gestapo und verließ das von den Nazis regierte Deutschland. Sie gelangte in den Norden Portugals, wo sie 1935 in Porto den Architekten Armênio Losa heiratete und die portugiesische Staatsbürgerschaft annahm. Nach O Mundo em que vivi folgten zahlreiche weitere Bücher, unter anderem Sob Céus Estranhos (Unter fremden Himmeln, leider zur Zeit vergriffen), das sich mit dem Ankommen in Portugal beschäftigt und Kinderbücher wie O Príncipe Nabo oder Um Fidalgo de Pernas Curtas, die auch heute noch in Portugal gern gelesen werden.

2013, anlässlich des 100. Geburtstags von Ilse Losa,  hat Deutschland Radio Kultur einen sehr interessanten Beitrag veröffentlicht, den wir unbedingt zur Lektüre empfehlen, ebenso wie natürlich Die Welt in der ich lebte, das sie ab sofort bei uns in der Buchhandlung finden können.

Ilse Losa: Die Welt in der ich lebte, Bergmann Verlag, 2016, 12,90 EUR

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Maralde Meyer-Minnemann im Gespräch

9783630874241Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Romans von António Lobo Antunes Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben (in Portugal 2012 mit dem Titel Não é meia noite quem quer erschienen) stand die langjährige Übersetzerin Maralde Meyer-Minnemann dem WDR Rede und Antwort. Zum Nachhören bitte hier entlang, eine der eher seltenen Gelegenheiten, bei der ein Übersetzer für die ausdauernde, wie in diesem Fall jahrelange Arbeit am Werk eines Autors, einmal im Mittelpunkt steht.

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Germano Almeida und Mia Couto neu in deutscher Übersetzung

Germano Almeida: Das Testament des Herrn NapumocenoGleich zwei lusophone Autoren hat der Schweizer Unionsverlag in seinem neuen Programm. Wieder aufgelegt wurde der Roman Das Testament des Herrn Napumoceno des kapverdischen Autors Germano Almeida. Der Titel war ursprünglich schon 1997 in deutscher Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann erschienen, dann aber einige Jahre vergriffen. Jetzt ist er die passende Reiselektüre für die wachsende Anzahl von Touristen, die die kapverdischen Inseln entdecken. „Wer sich zur Testamentseröffnung des honorigen Herrn Napumoceno, Handelskaufmann auf den Kapverdischen Inseln, versammelt hat, findet es überhaupt nicht amüsant, was der Verstorbene als letzten Willen hinterlassen hat. Staunend erfährt die Nachwelt von einer leiblichen Tochter, gezeugt auf dem prächtigsten Büromöbel von ganz Mindelo, die von ihm als Haupterbin eingesetzt wird. Den Zeugen offenbaren sich kleine und große erotische Geheimnisse, geschäftliche Transaktionen und politische Neigungen. Ein wunderbar komischer, sinnlicher Roman von den Kapverdischen Inseln, der mit Ironie und Heiterkeit wie beiläufig ein Bild der Gesellschaft zeichnet.“ – schreibt der Verlag. Bei uns ist das Buch natürlich auch im portugiesischen Original lieferbar.

Mia Couto: Das Geständnis der LöwinNachdem im Frühjahr bereits der Roman Das schlafwandelnde Land neu veröffentlicht wurde, erscheint jetzt mit Das Geständnis der Löwin (A confissão da leoa) in der Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner ein weiterer Roman des mosambikanischen Autors Mia Couto in deutscher Übersetzung. Im Mittelpunkt steht hier der Jäger Arcanjo, der sich in ein mosambikanisches Dorf begibt, das von menschenfressenden Löwen heimgesucht wird. Der Roman des letztjährigen Camões-Preisträger war in Portugal und Mosambik ein großer Erfolg und wird hoffentlich auch hier viele Leser finden.

Mia Couto: Das Geständnis der Löwin,Unionsverlag 2014, gebunden, 19,95 EUR

Germano Almeida:Das Testament des Herrn Napumoceno,Unionsverlag 2014, Taschenbuch, 10,95 EUR

 

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