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Litprom Literaturtage 2017

litprom literaturtage 2017Unter dem Titel Weltwandeln in französischer Sprache

veranstaltet litprom – die Gesellschaft zur Förderung der Literaturen aus Afrika, Asien und Lateinamerika am 20. und 21. Januar ein Literaturfestival im Literaturhaus Frankfurt.

Teilnehmen werden die folgenden Autoren:

Meriam Bousselmi (Tunesien)
Carolin Callies (Deutschland)
Louis-Philippe Dalembert (Haiti)
Pedro Kadivar (Iran/Frankreich)
Linda Lê (Vietnam/Frankreich)
Alain Mabanckou (Frankreich)

Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Dauerkarten für beide Tagen kosten 28 EUR bzw. 19 EUR für Schüler, Azubis, Studierende und Frankfurt-Card-Inhaber sowie für die Mitglieder von litprom.

Sie können die Tickets bei uns in der Buchhandlung im Vorverkauf erwerben.

Hier das vorläufige Programm:

Veranstaltungen am Freitag, 20.01.2017

16.00 Uhr, Lesesaal Eröffnung und Grußworte
Mit: Sonja Vandenrath und Jürgen Boos

16.15 – 18.00 Uhr, Lesesaal Podiumsdiskussion
Weltwandeln – Französisch schreiben und dichten in der globalen Welt

Der Wandel des Französischen über den Globus zieht eine Reihe von Verwandlungen dieser Literatursprache nach sich. Unsere Gäste bewegen sich auf internationalem Literaturparkett (Boualem Sansal, „2084“), kämpfen gegen eine Normierung des Französischen (Alain Mabanckou, „Morgen werde ich zwanzig“) oder haben in der französischen Migrationsbehörde gedolmetscht (Shumona Sinha, „Erschlagt die Armen!“).
Mit: Alain Mabanckou, Shumona Sinha und Boualem Sansal
Moderation: Jan Wilm

19.30 – 21.00 Uhr, Lesesaal Literarische Lesung mit Shumona Sinha
Erschlagt die Armen!

Dies ist das Verhörprotokoll mit einer Dolmetscherin der Pariser Migrationsbehörde, die einem Asylbewerber eine Rotweinflasche auf den Kopf gehauen hat. Es ist auch das „Märchen der menschlichen Zugvögel“ und der „ungeliebten Quallen“, die an das Ufer der französischen Sprache geworfen werden. Shumona Sinha erzählt eine Gratwanderung zwischen Sprachen, welche ihre Protagonistin, selbst Migrantin, ins Wanken geraten lässt.
Moderation: Claudia Kramatschek
Lesung des deutschen Textes: Stéphane Bittoun

Die Veranstaltungen werden ins Deutsche gedolmetscht.

Veranstaltungen am Samstag, 21.01.2017

Literaturen im Gespräch
In den Werkstattgesprächen diskutieren die Autor*innen mit dem Publikum.

11.00 – 12.30 Uhr Werkstattgespräch 1
Mutter „Sprache“ – Wer bist du? Was sprichst du? Wie schreibst du?

Die Wahl einer literarischen Sprache geht nicht selten mit Gesellschaftskritik einher. Die Zuwendung Pedro Kadivars zum Französischen entspringt einer Ablehnung seiner Muttersprache. Boualem Sansal wiederum lebt in seiner Heimat Algerien literarisch und intellektuell isoliert. Wie halten es beide mit „Französisch“ als literarischer Mutter „Sprache“?
Mit: Pedro Kadivar und Boualem Sansal
Moderation: Regina Keil

11.00 – 12.30 Uhr Werkstattgespräch 2
Über-Setzen

In Zeiten globaler Migration scheint Über-Setzen zu einer Königsdisziplin geworden zu sein. Das Französische als internationale Literatursprache steht auch in einer Übersetzungsbeziehung zu anderen Sprachen, denn viele internationale Autor*innen bewegen sich in und zwischen mehreren Sprachen. Welche Spuren hinterlässt dieser polyglotte Wandel zwischen Lebenswelten im literarischen Französisch?
Mit: Shumona Sinha und Louis-Philippe Dalembert
Moderation: Ruthard Stäblein

11.00 – 12.30 Uhr Werkstattgespräch 3
Ahnen – literarische Vorfahren

2014 veröffentlichte Linda Lê ihren Roman „Œuvres vives“, eine Hommage an den Autor Antoine Sorel, der sein Leben durch eigene Hand beendete. Ihre Gesprächspartnerin Anne Weber wendet sich in „Ahnen“ der Biographie ihres Urgroßvaters Florens Christian Rang zu. Wie halten es die Autorinnen mit literarischen Traditionen, dem französischen, vietnamesischen oder deutschen Literaturkanon?
Mit: Linda Lê und Anne Weber
Moderation: Katharina Borchardt

Die Werkstattgespräche werden konsekutiv ind Deutsche gedolmetscht.

Wir empfehlen, sich 30 Minuten vor Beginn des Werkstattgesprächs einzufinden, da die Sitzplätze begrenzt sind und wir keinen Platz garantieren können.

ARTE-Filmprogramm im Lesekabinett

Der Eintritt zu den Filmvorführungen ist frei.

13.00 Uhr Mit offenen Karten: Die Frankophonie
Dokumentation von Jean-Christophe Victor, ARTE France 2009, 11 Min.

„Frankophonie“, was ist das eigentlich? Geht es um Sprache oder auch um Geschichte, Identität, Politik? Oder gar um alles auf einmal? Rund 200 Millionen Menschen sprechen heute Französisch. Der Film zeigt, wo die französische Sprache eine Rolle spielt und erkennt in der Frankophonie eine andere Form der Globalisierung.

Dieser Film ist außerdem durchgehend auf dem Monitor im Foyer des Literaturhauses zu sehen

Boualem Sansal – Literatur statt Krieg
Einleitendes Gespräch mit Boualem Sansal, moderiert von Thomas Schmid
Dokumentation von Alain de Sédouy, ARTE France 2010, 44 Min.

Jedes Jahr verleiht die Académie française den Grand Prix de la Francophonie an eine Persönlichkeit für ihre Verdienste um die französische Sprache. 2013 erhielt diese Auszeichnung der algerische Schriftsteller Boualem Sansal. Ein Film über Leben und Werk des Autors.

14.30 – 16.00 Uhr Werkstattgespräch 4
Partitur und Performance – Sprache über Sprache hinaus

Fiston Mwanza Mujila fasst seine Texte als Jazzpartituren auf. Meriam Bousselmi ist ihrerseits als Dramaturgin ihrer eigenen Texte bekannt.Ihre Erfahrungen als Mitveranstalterin von Literaturperformances bringt Carolin Callies ein. Wie bearbeiten die Autor*nnen das Material „Französisch“ mit ihren Artikulationswerkzeugen? Wie schneidern sie es ihren Figuren oder sich selbst auf den Leib? Welchen Anwandlungen gibt sich die französische Sprache im performativen Dichten hin?
Mit: Meriam Bousselmi, Fiston Mwanza Mujila und Carolin Callies
Moderation: Claudia Kramatschek

14.30 – 16.00 Uhr Werkstattgespräch 5
Sprachweh – mal de langue

Der Begriff „frankophone Literatur“ ist auf eine breite Ablehnung bei vielen Autor*innen gestoßen, da er französischsprachige Literatur insbesondere ehemaliger Kolonien Frankreichs marginalisiere und degradiere. Als Gegenbegriff ist die „Littérature monde en Français“ vorgeschlagen worden, welche den zentralistischen Wertmaßstab der Pariser Sprach-Norm ablehnt. Wie verorten sich Autor*innen heute in dieser Debatte?
Mit: Alain Mabanckou, Linda Lê und Boniface Mongo-Mboussa

Die Gespräche werden konsekutiv ins Deutsche gedolmetscht.

Wir empfehlen, sich 30 Minuten vor Beginn des Werkstattgesprächs einzufinden, da die Sitzplätze begrenzt sind und wir keinen Platz garantieren können.

18.00 – 19.30 Uhr, Lesesaal Abschlusspodium
AbgeWandelt – Französisch in seinen literarischen Facetten

Wie verwandeln Autor*innen die französische Sprache als Medium von Literatur? Welche Rolle spielen kollektive Bewegungen wie die Négritude oder die Créolité heute noch? Welche Vorstellungs- und Weltbilder werden ins Französische übersetzt? Abschließende oder letztgültige Antworten kann es wohl kaum geben, denn Literatur bleibt stets im Wandel.
Mit: Louis-Philippe Dalembert, Boniface Mongo-Mboussa und Anne Weber
Moderation: Ruthard Stäblein

20.00 Uhr, Lesesaal Konzert/Performance

Wie ein Jazzalbum von John Coltrane präsentiert Fiston Mwanza Mujila seinen Roman „Tram 83“. In dieser Jamsession wechseln sich Autor und Saxophonspieler in Call and Response ab, der Autor spielt die Worte auf seinem Körperinstrument. Call-and-Response wechselt er dabei mit dem Saxofonisten Mikalai Zastsenski.
Mit: Fiston Mwanza Mujila, Mikalai Zastsenski am Saxofon
Moderation: Florian Kniffka

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Yann Martel: Die Hohen Berge Portugals – am 9.5. im Literaturhaus

Der kanadische Autor Yann Martel, bekannt geworden mit dem Booker-Prize Titel Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi), hat nach längerer Zeit in diesem Frühjahr einen neuen Roman vorgelegt. Er trägt den Titel Die Hohen Berge Portugals (aus dem Englischen von Manfred Allié) und hat auf aufgrund des Portugalbezugs unsere Neugier geweckt.

Yann Martel: Die Hohen Berge PortugalsDie drei Teile betitelt mit Heimatlos, Heimwärts und Heimat haben auf den ersten Blick nur wenig miteinander zu tun, unterscheiden sie sich doch sowohl in Hinblick auf  Protagonisten und die Zeit der Handlung. Im ersten Teil begibt sich der junge Museumsmitarbeiter Tomás inmitten einer schweren Lebenskrise im Jahr 1904 auf eine Reise in die Hohen Berge Portugals (gemeint ist die Provinz Trás-os-Montes e Alto Douro). An sich wäre das nichts Besonderes, würde Tomás dabei nicht mehr oder weniger ahnungslos eines der ersten Automobile durch die portugiesische Provinz steuern, um in Portugals Norden in Kruzifix ausfindig zu machen.  Der zweite Teil spielt Ende der 1930er Jahre in Bragança, im Zentrum der zunehmend die Phantasie herausfordernden Handlung steht hier ein für Agatha Christies Kriminalromane schwärmender Pathologe, der am Ende des Jahres an seinem Arbeitsort Besuch von zwei Frauen erhält. Im letzten Teil schließlich trifft der Leser auf den kanadischen Politiker Peter, der nach dem Tod seiner Frau, in sein Geburtsland Portugal zurückgeht, allerdings nicht allein, sondern in Begleitung eines Schimpansen.

Das mag alles recht skurril anmuten, viele Fäden sind aber doch miteinander verknüpft und große Themen wie Religion, Verlust eines geliebten Menschen, Einsamkeit und Heimatsuche kommen in allen Teilen vor.

Yann Martel stellt seinen Roman am kommenden Montag, 9.5. um 19.30 Uhr im Frankfurter Literaturhaus vor. Eintrittskarten zum Preis von 12,00 EUR (ermäßigt 8 EUR) erhalten Sie bei uns in der Buchhandlung, wo wir natürlich auch die deutsche und portugiesische Übersetzung des Romans vorrätig haben.

Yann Martel: Die Hohen Berge Portugals, S.Fischer, 22,99 EUR

Yann Martel: As Altas Montanhas de Portugal, Presença, bei uns für 24,80 EUR

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Brasil – Messevorschau, 2.10. Literaturhaus Frankfurt

Am Mittwoch, 2.10., 19.30 Uhr präsentiert das Frankfurter Literaturhaus eine Vorschau auf den diesjährigen Buchmesse-Ehrengast Brasilien.

Andréa del Fuego: Geschwister des WassersEingeladen wurde ein Quartett junger Schriftsteller, deren Titel in den letzten Jahren Furore gemacht haben und die nun alle in deutscher Übersetzung vorliegen.

Es lesen Andrea del Fuego aus Geschwister des Wassers (Os Malaquias), Carola Saavedra aus Landschaft mit Dromedar (Paisagem com dromedário), Daniel Galera aus Flut (Barba ensopada de sangue) und Michel Laub aus Tagebuch eines Sturzes (Diário da queda).

Daniel Galera: FlutDie Übersetzerin Maria Hummitzsch wird den Abend moderieren, Michael Kegler übersetzt. Die deutschen Texte werden von Isaak Dentler vom Frankfurter Schauspiel gelesen.

Eintritt 7 EUR/ermäßigt 4 EUR

In Kooperation mit Brasilianische Nationalbibliothek, Kulturministerium und Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Brasilien.

Wer schon vorher in das eine oder andere Buch reinlesen möchte, sollte bei uns in der Buchhandlung vorbeischauen. Alle Bücher im Original und in deutscher Übersetzung sind bei uns vorrätig.

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