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Maralde Meyer-Minnemann im Gespräch

9783630874241Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Romans von António Lobo Antunes Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben (in Portugal 2012 mit dem Titel Não é meia noite quem quer erschienen) stand die langjährige Übersetzerin Maralde Meyer-Minnemann dem WDR Rede und Antwort. Zum Nachhören bitte hier entlang, eine der eher seltenen Gelegenheiten, bei der ein Übersetzer für die ausdauernde, wie in diesem Fall jahrelange Arbeit am Werk eines Autors, einmal im Mittelpunkt steht.

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Literaturherbst 2011 in Portugal

Traditionell veröffentlichen die Verlage im Herbst eine große Anzahl von Neuerscheinungen, so auch in Portugal. Eine Auswahl der wichtigsten Titel, die im September und Oktober erschienen sind bzw. noch erscheinen, stellen wir hier kurz vor.

Bei Editorial Caminho erscheint José Saramagos erster Roman Clarabóia. Dieses Frühwerk sollte auf Wunsch des 2010 verstorbenen portugiesischen Nobelpreisträgers erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. Inhaltlich geht es um den Alltag von sechs Familien eines Hauses im Lissabon der 1950er Jahre. Seit Anfang Oktober veröffentlicht die Fundação José Saramago im Blog O Caderno de José Saramago kleine Romanfragmente, um die Zeit bis zur Veröffentlichung zu überbrücken. In ein paar Tagen ist das Buch aber auch bei uns in „ganzer Schönheit“ erhältlich.

Der neue Roman von António Lobo Antunes trägt den Titel Comissão das lágrimas und beschäftigt sich wie viele seiner Werke mit dem Kolonialkrieg in Angola und seinen Auswirkungen. Eine Episode dieses dichten und dunklen Romans behandelt das Schicksal von Elvira, der Anführerin eines Bataillons der MPLA, die verhaftet, misshandelt und 1977 ermordet wurde.

Lang erwartet wurde der neue Roman von Dulce Maria Cardoso, die sich in O Retorno mit dem Leben der nach Ende des Kolonialkriegs aus Angola zurückgekehrten Portugiesen auseinandersetzt.

Angola und seine Geschichte steht im Mittelpunkt von A sul. O sombreiro des angolanischen Autors Pepetela. Dieser historische Abenteuerroman führt den Leser ins 16. und 17. Jahrhundert zu den Anfängen der Kolonialzeit in Angola.

Ein anderer auch hierzulande bekannter angolanischer Autor, José Eduardo Agualusa legt mit  A educação sentimental dos pássaros, das den Untertitel Onze contos sobre anjos, demónios e outras pessoas quase normais trägt, einen neuen Band mit Erzählungen vor. Jonas Savimbi und Hillary Clinton sind nur zwei der Protagonisten in dieser Anthologie, die Erzählungen aus der gesamten Schaffensperiode Agualusas enthält.

In valter hugo mães neuem Roman O filho de mil homens bedauert die Hauptfigur Crisóstomo, dass er bis zum Alter von 40 Jahren kinderlos geblieben ist. Eine erfundene Familie ist das Ergebnis seines Traums, Vater eines Kindes zu sein.


Alle genannten Bücher sind selbstverständlich über uns zu bestellen bzw. in Kürze vorrätig.

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Pedro Rosa Mendes mit neuem Roman

Als vor ca. 10 Jahren Pedro Rosa Mendes‘ Buch Baía dos Tigres erschien, wurde der junge Journalist der Tageszeitung Publico dafür gefeiert, eine eindringliche, ungewöhnliche literarische Auseinandersetzung mit der politischen Situation in Angola veröffentlicht zu haben. Es gab lange Diskussionen darüber, ob man das Buch als Roman bezeichnen kann oder nicht. Die deutsche Übersetzung Tigerbucht (von Inés Koebel) im Ammann Verlag erschienen, ließ nicht lange auf sich warten. Dann war es – zumindest literarisch – längere Zeit ruhig um Pedro Rosa Mendes. Es erschien der gemeinsam mit dem Fotografen Wolf Böwig herausgegebene Band Schwarz.Licht (2006 bei Brandes &Apsel) und Lenin Oil, die aber nicht an den vorherigen Erfolg anknüpfen konnten.

Eben ist der neue Roman Peregrinação de Enmanuel Jhesus erschienen, ein Roman der sich mit der politischen Entwicklung in Timor Leste auseinandersetzt – Pedro Rosa Mendes hat dort über zwei Jahre für die portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa gearbeitet. Bei der Präsentation des Romans in Portugal zeigte sich António Lobo Antunes voll des Lobes, hier nachzulesen in der Online-Ausgabe des Diário de Notícias.  Der Roman erzählt aus acht unterschiedlichen Perspektiven die jüngere Geschichte von Timor Leste, beginnend noch während der Zeit der indonesischen Besatzung bis zur Unabhängigkeit im Mai 2002.

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Portugiesische Autoren auf Lesereise

Gleich drei bekannte portugiesische Schriftsteller sind im März in Deutschland zu Gast. Den Anfang macht Miguel Sousa Tavares, der am 11. März, um 18.00 Uhr in Berlin im Rahmen der Reihe „Europa literarisch“ aus dem Roman Am Äquator (Equador) lesen wird. Die deutsche Übersetzung von Marianne Gareis ist 2005 im C.Bertelsmann erschienen. Es moderiert Thomas Wohlfarth von der Berliner Literaturwerkstatt.

Es folgt am 16. März António Lobo Antunes der auf dem Kölner Literaturfestival Lit.Cologne um 20.00 Uhr in der Kulturkirche Köln seinen Roman O meu nome é legião (2007 erschienen) vorstellen wird, die deutsche Übersetzung Mein Name ist Legion von Maralde Meyer-Minnemann ist für den Herbst bei Luchterhand angekündigt. Die Lesung wird von Kersten Knipp moderiert, es liest Michael Wittenborn vom Schauspiel Köln.

Am 20.3. um 14.00 Uhr schließlich stellt Rui Zink seinen Roman O Destino Turístico auf der Leipziger Buchmesse vor (Congress Center Leipzig, Mehrzweckfläche 1), es moderieren und übersetzen Michael Kegler und Martin Amannshauser.

Diese und weitere Termine stehen natürlich auch im Kulturkalender von nova cultura!

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Prémio Portugal Telecom

Ein weiterer bedeutender Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wurde in dieser Woche in Brasilien verliehen. Der mit 100.000 Reais dotierte Prémio Portugal Telecom wurde an den brasilianischen Autor Cristóvão Tezza für seinen Roman O Filho Eterno vergeben. Erst kürzlich war Tezza mit dem Prêmio Jabuti ausgezeichnet worden. Den zweiten Platz teilen sich Beatriz Braacher und António Lobo Antunes, der dritte Preis wurde Bernardo Carvalho zugesprochen.

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neue Taschenbuchreihe

Der neu entstandene Verlagsriese LeYa, der unter anderem die Verlag Caminho, Dom Quixote, Texto Editores und ASA umfasst, hat jetzt mit der Herausgabe einer neuen Taschenbuchreihe begonnen, in der neben Klassikern zahlreiche zeitgenössische Autoren in einer günstigen Ausgabe erscheinen werden.

Den Anfang machen unter anderem José Eduardo Agualusa, António Lobo Antunes, Mia Couto, Chico Buarque und João Aguiar. Alle Titel der Reihe gibt es wie immer in unserer Frankfurter Buchhandlung und über unsere Webshop.

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Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen

Der Roman Ontem não te vi em Babilónia von António Lobo Antunes ist jetzt in deutscher Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann mit dem Titel Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen im Luchterhand Verlag erschienen. Damit erweitert der Luchterhand seine umfangreiche Antunes-Werkausgabe um eine weitere Übersetzung. Alle Titel im Original und deutscher Übersetzung sind natürlich wie immer hier erhältlich.

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weiterer Preis für António Lobo Antunes

Der portugiesische Autor António Lobo Antunes wird Ende November mit dem Preis der internationalen Buchmesse Guadalajara (PREMIO FIL DE LITERATURA 2008) ausgezeichnet.

Der Preis ist mit 150.000 Dollar dotiert und wird jährlich zu Beginn der Messe an einen Autor aus dem romanischen Sprachraum verliehen. Bisherige Preisträger waren unter anderem Rubem Fonseca, Sergio Pitol, Juan Goytisolo, Juan Marsé und Nélida Piñon.

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João Ubaldo Ribeiro erhält Prémio Camões

Nachdem am gestrigen Abend der Prémio Camões 2007 an António Lobo Antunes überreicht wurde, wurde heute der diesjährige Preisträger des renommiertesten Literaturpreises der portugiesischsprachigen Welt bekanntgegeben.

Der 1988 von der portugiesischen und brasilianischen Regierung ins Leben gerufene Preis, mit dem jeweils ein Autor für sein Gesamtwerk ausgezeichnet wird, ist mit 100.000 Euro dotiert und geht in diesem Jahr an den brasilianischen Autor João Ubaldo Ribeiro. Der 1941 geborene Autor ist vor allem durch seine herausragenden Romane Viva o povo brasileiro (in deutscher Übersetzung bei Suhrkamp mit dem Titel Brasilien, Brasilien erschienen), Sargento Getúlio und O Sorriso do Lagarto bekannt geworden. Viele deutsche Leser kennen ihn außerdem durch das Buch Um brasileiro em Berlim (Ein Brasilianer in Berlin), in dem er seine amüsanten Erfahrungen aus dem Leben in der deutschen Hauptstadt Anfang der 90er Jahre beschreibt. Die meisten seiner Romane sind auch ins Deutsche übersetzt worden, aber nur noch teilweise lieferbar.

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Prémio Correntes d’Escritas – Nominierungen

Die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim (übrigens Partnerstadt des hessischen Eschborn) sind inzwischen eine schöne Tradition geworden. In diesem Jahr findet das Literaturfestival vom 13. bis 16. Februar statt und wieder werden eine Vielzahl der bekanntesten portugiesischsprachigen und auch einige spanischsprachige Autoren vor Ort sein. Die beeindruckende Teilnehmerliste kann man hier einsehen.

L�dia Jorge: Combateremos a sombraSeit 2004 stiftet das Casino von Póvoa de Varzim einen Literaturpreis, der abwechselnd an einen Roman oder an eine Lyrikveröffentlichung aus dem portugiesischen oder spanischen Sprachraum verliehen wird. Er ist damit der einzige Preis, der gleichzeitig Werke aus der portugiesch- und der spanischsprachigen Literatur berücksichtigt. Die prämierten Titel müssen jedoch schon in Portugal erschienen veröffentlicht worden sein. Bisherige Preisträger sind Lídia Jorge, António Franco Alexandre, Carlos Ruíz Zafón und Ana Luísa Amaral.

In diesem Jahr wurden folgende Romane für den mit 20.000 Euro dotierten Preis nominiert:

PredadoresA Síndrome de Ulisses des kolumbianischen Autors Santiago Gamboa
Camilo Broca des portugiesischen Schriftstellers Mário Cláudio (eben mit dem Prémio Vergílio Ferreira geehrt), Combateremos a Sombra der portugiesischen Autorin Lídia Jorge,
Desmedida des angolanischen Schriftstellers Ruy Duarte de Carvalho,
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