Archiv der Kategorie: brasilianische autoren

Luiz Ruffato und Mário de Andrade – neu in deutscher Übersetzung

Die ersten Neuerscheinungen der  Frühjahrsprogramme treffen nach und nach hier ein.  Dabei haben wir zwei neue Bücher von brasilianischen Autoren in deutscher Übersetzung entdeckt.

Luiz Ruffato: Teilansicht der NachtVon Luiz Ruffato ist in der bewährten Übersetzung von Michael Kegler der dritte Teil des Romanzyklus Vorläufige Hölle bei Assoziation A erschienen. Er trägt den Titel Teilansicht der Nacht und behandelt die 197oer Jahren in Brasilien. „Der »Fortschritt« – Schlagwort der technokratischen Siebzigerjahre, in Brasilien Parole der Militärdiktatur – kommt bis nach Cataguases: Anstatt in gemieteten Verschlägen am Flussufer auf das nächste unweigerliche Hochwasser zu warten, baut, wer es sich leisten kann, im Stadtteil »Paraíso« am Stadtrand, wo gestern noch magere Kühe zwischen Termitenhügeln an trockenem Gras kauten, bescheidene Häuser aus Backstein, vier Zimmer, Wasserhahn in der Küche, Fernseher. Den Kindern soll es einmal besser gehen.“

Das Original Vista parcial da noite ist im Rahmen der Gesamtausgabe des Romanzyklus Inferno Provisório lieferbar.

Mário de Andrade: Senhorita ElsaDer Münchener Verlag Louisoder hat mit Senhorita Elsa. Die Schule der Liebe von Mário de Andrade einen Klassiker der brasilianischen Literatur veröffentlicht. Übertragen wurde das Buch, interessanterweise aus dem Englischen – was bei der Vielzahl der hervorragenden Portugiesischübersetzer  etwas verwundert – von Johanna von Koppenfels. Der Roman, Original: Amar, verbo intransitivo, spielt im Brasilien der ausgehenden 1920er Jahre. Dort lebt in São Paulo die Hamburgerin Elsa Schumann, die ledig und kinderlos vom Mann ihres Lebens träumt. Ihr Beruf ist eher delikater Natur,denn sie ist eine „Lehrerin der Liebe“, die die Söhne reicher brasilianischer Familien in der Kunst des Flirtens und der Erotik unterweisen soll.

Beide Romane sind ab sofort bei uns im Sortiment:

Luiz Ruffato: Teilansicht der Nacht, 18,00 EUR

Mário de Andrade: Senhorita Elsa. Die Schule der Liebe, 22,00 EUR

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Patrícia Melo am 8.3. bei „Brasilesen“

Die erfolgreiche Reihe

geht nach dem enormen Zuspruch beim letzten Mal schon im März in eine neue Runde. Wir freuen uns dann auf Patrícia Melo.

Sie liest am Mittwoch, dem 8.März um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4 aus ihrem Krimi Trügerisches Licht (Fogo-Fátuo), das im letzten Jahr in der Übersetzung von Barbara Mesquita bei Tropen erschienen ist. Moderation und Übersetzung: Barbara Mesquita. Der Eintritt ist wie immer frei.

Patrícia Melo, copyright: Júlia MoraesPatrícia Melo wurde 1962 in São Paulo geboren. Die Autorin und Dramaturgin schreibt Romane, Hörspiele und Drehbücher. Die »Times« kürte Patrícia Melo zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Zweimal erhielt sie den Deutschen Krimi Preis, außerdem den LiBeraturpreis und den Prix Deux Océans. Patrícia Melo lebt in Brasilien und in der Schweiz.

Patrícia Melo: Trügerisches LichtSensationslust folgt überall den gleichen Regeln: Schön ist interessanter als hässlich, reich spannender als arm, und nichts geht über einen ermordeten Star. Trügerisches Licht ist ein abgründiger Krimi über den Kontrast zwischen glamouröser Fernsehwelt und einem Brasilien, das im Chaos versinkt.

Tatort São Paulo: Bei einer Theatervorstellung erschießt sich der Serienstar Fábbio Cássio auf der Bühne. Schnell ist der Kriminaltechnikerin Azucena klar, dass dieser Selbstmord in Wahrheit ein geschickt inszenierter Mord ist. Zunächst fällt ihr Verdacht auf die Ehefrau des Toten, die zur Tatzeit Kandidatin einer Reality-Show ist und deren Beliebtheitswerte beim Publikum nach Fábbios Tod in die Höhe schnellen. Und während Azucena noch um das Sorgerecht für ihre Töchter kämpft, wird sie mit einem skrupellosen Mörder konfrontiert, der es am Schluss auf die Ermittlerin selbst abgesehen hat.

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), in Kooperation mit dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro , der Literarischen Agentur Mertin , unterstützt von  Empório VidaBio .

Mit freundlicher Unterstützung von TAP Portugal.

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Marcia Tiburi am 2. Februar bei Brasilesen

Die erfolgreiche Reihe

Marcia Tiburi, copyright: privat

Marcia Tiburi, copyright: privat

wird 2017 fortgesetzt. Die erste Lesung findet am Donnerstag, dem 2. Februar um 19.30 Uhr am angestammten Ort in der Stadtbücherei Frankfurt stattfinden. Zu Gast ist dann die brasilianische Philosophin Marcia Tiburi.

Sie  spricht mit Michael Kegler, der auch dolmetscht, über ihren Essayband Como conversar com um fascista.

Marcia Tiburi wurde 1970 geboren, sie studierte Bildende Künste und promovierte anschließend in Philosophie. Ethik, Ästhetik und Feminismus sind ihre Hauptthemen. Zuletzt erschien 2016 ihr teilweise in Berlin angesiedelter Roman Uma fuga perfeita é sem volta.

Der Eintritt ist wie immer frei.

Marcia Tiburi: Como conversar com um fascistaBrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), in Kooperation mit dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro , der Literarischen Agentur Mertin , unterstützt von  Empório VidaBio und Água na Boca.

Mit freundlicher Unterstützung von TAP Portugal.

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Ausblick 2017: Brasilesen am 2. Februar mit Marcia Tiburi

Die erfolgreiche Reihe

Marcia Tiburi: Como conversar com um fascistawird 2017 fortgesetzt. Die erste Lesung wird am 2. Februar um 19.30 Uhr am angestammten Ort in der Stadtbücherei Frankfurt stattfinden. Zu Gast ist dann Marcia Tiburi.

Die brasilianische Philosophin spricht mit Michael Kegler, der auch dolmetscht, über ihren Essayband Como conversar com um fascista.

Der Eintritt ist wie immer frei, weitere Informationen folgen im neuen Jahr.

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), in Kooperation mit dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro , der Literarischen Agentur Mertin , unterstützt von  Empório VidaBio und Água na Boca.

Mit freundlicher Unterstützung von TAP Portugal.

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Frisch ausgepackt

Luiz Ruffato: Inferno ProvisórioWährend wir dieser Tage viele Pakete für unsere Kunden einpacken, bekommen wir auch selbst immer wieder Nachschub, heute zum Beispiel eine Sendung aus Brasilien. Dabei unter anderem der jetzt in einem Band zusammengefasste Romanzyklus Inferno Provisório von Luiz Ruffato. Darüber freuen wir uns sehr, da die Einzelbände größtenteils schon länger vergriffen waren.  Zwei Teilbände liegen bereits in deutscher Übersetzung von Michael Kegler bei Assoziation A vor, der dritte ist in Arbeit. Ruffatos fünfbändiger Romanzyklus zeichnet die Geschichte des brasilianischen Proletariats im 20. Jahrhundert nach.

Rafael Cardoso: O remanescenteEbenfalls angekommen ist O Remanescente und damit die Originalausgabe von Das Vermächtnis der Seidenraupen (deutsch von Luis Ruby bei S.Fischer) von Rafael Cardoso, der sein Buch im November hier in Frankfurt vorgestellt hat. Sowohl im Original als auch in deutscher Übersetzung ist das Buch ein besondere Empfehlung von uns.  Erzählt wird die Emigrationsgeschichte des Bankiers und Kunstmäzens Hugo Simon (Urgroßvater des Autors) und seiner Familie, der Deutschland 1933 verlassen musste, zunächst nach Frankreich und schließlich 1941 unter tschechischen Namen nach Brasilien ging.

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Ricardo Adolfo und Martha Batalha – neu in deutscher Übersetzung

In diesem Herbst sind zwei neue Übersetzungen erschienen, auf die wir hinweisen möchten.

Ricardo Adolfo: Maria von den abgesägten GewehrläufenDer für die portugiesischsprachigen Literaturen so engagierte A1 Verlag (mit Titel u.a. von José Eduardo Agualusa, Ana Paula Maia und Manuel Jorge Marmelo) hat von Ricardo Adolfo das Buch mit dem ungewöhnlichen Titel Maria von den abgesägten Gewehrläufen (Original: Maria dos Canos Serrados) in der Übersetzung von Barbara Mesquita veröffentlicht.

Der Roman, der in einem krisengebeutelten Vorort Lissabons spielt, hat Maria zur Hauptfigur, die, verlassen und bankrott, beschließt mit einer abgesägten Schrotflinte alte Rechnungen zu begleichen.  Eine wilde Geschichte und eine Reflexion über eine Frau, „die keinen Clyde braucht, um Bonnie zu sein“, so der Verlag.

Ricardo Adolfo, geboren 1974 in Luanda/Angola, wuchs in Lissabon und Macau auf. Nach Stationen in London und Amsterdam lebt er heute als Creative Director einer internationalen Werbeagentur mit seiner Frau in Tokio. Dort entstand auch sein letztes Buch Tóquio vive longe da terra, das letztes Jahr in Portugal erschienen ist, mit dem er sich in die inzwischen relativ große Zahl von portugiesischenr und brasilianischen Autoren einreiht, auf die Japan eine gewisse Faszination ausübt, aber dafür vielleicht später einmal mehr in einem separaten Artikel.

Martha Batalha: Die vielen Talente der Schwestern GusmãoDas  zweite Buch, das jetzt im November erschienen ist, stammt von der brasilianischen Autorin Martha Batalha, trägt den Titel Die vielen Talente der Schwestern Gusmão (Original: A vida invisível de Euridice Gusmão) und wurde von Marianne Gareis für den Insel-Verlag ins Deutsche übersetzt.

Die Geschichte spielt im Rio der 1940er Jahre und in ihrem Zentrum stehen die titelgebenden Schwestern Euridice und Guida Gusmão, die im kosmopolitischen  Flair der Stadt trotz allem vor allem eines sein sollen: liebende Gattinnen und Mütter. Damit wollen sich die beiden Schwestern Gusmão allerdings nicht zufriedengeben. Und so ersinnen sie mit großem Einfallsreichtum immer wieder neue Wege, um ihrem Familienalltag zu entkommen. Ob als Köchinnen, Schneiderinnen oder Liebhaberinnen – die beiden erkämpfen sich ihr eigenes Glück.

Martha Batalha ist Journalistin, Kulturschaffende und Schriftstellerin. Sie gründete einen erfolgreichen Verlag, brachte die Ausstellung World Press Photo nach Brasilien und lebt und arbeitet derzeit in New York.

Beide Romane im Original und in deutscher Übersetzung gibt es bei uns in der Buchhandlung.

Ricardo Adolfo: Maria von den abgesägten Gewehrläufen, 18,80 EUR

Martha Batalha: A vida invisível de Euridice Gusmão. 12,95 EUR

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Rafael Cardoso am 8. November bei „Brasilesen“

Die erfolgreiche Reihe

geht in eine neue Runde. Wir freuen uns im November auf Rafael Cardoso.

AF_Cardoso_Rafael__001_DruckEr  liest am Dienstag, dem 8. November um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4 aus seinem im Herbst erscheinenden Buch Das Vermächtnis der Seidenraupen (Deutsch von Luis Ruby) , Moderation und Übersetzung: Michael Kegler. Der Eintritt ist wie immer frei.

Als Rafael Cardoso zufällig auf Briefe und Dokumente seines Urgroßvaters stößt, ist seine Neugierde geweckt. Wer war Hugo Simon? Seine Nachforschungen führen ihn von São Paulo nach Berlin, wo er dem Familiengeheimnis allmählich auf die Spur kommt: Hugo Simon war nicht nur Bankier in der Weimarer Republik, er war auch enger Berater von Samuel Fischer, Besitzer von Munchs »Der Schrei«. Albert Einstein ging bei ihm ein und aus, Alfred Döblin verewigte den Freund in einem Roman.

Rafael Cardoso: Das Vermächtnis der SeidenraupenRafael Cardoso verfolgt die schillernde Biographie seines Urgroßvaters bis zu dessen Exil in Brasilien und lässt – ganz nah an der Geschichte und ihren Protagonisten – jüdisch-europäisches Leben im 20. Jahrhundert auferstehen.

Die faszinierende Lebensgeschichte von Hugo Simon, Wegbegleiter von Samuel Fischer und Thomas Mann

Rafael Cardoso, geboren 1964 in Rio de Janeiro, wuchs in den USA auf. Er ist Autor und Kunsthistoriker und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Seit 2012 lebt er in Berlin, wo er sich auf die Spuren seines Urgroßvaters Hugo Simon begab und das vorliegende Buch schrieb. Im S. Fischer Verlag erschien zuletzt Sechzehn Frauen. Ge­schichten aus Rio (Originaltitel: Entre as mulheres)

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), in Kooperation mit dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro , der Literarischen Agentur Mertin , unterstützt von  Empório VidaBio und Água na Boca.

Mit freundlicher Unterstützung von TAP Portugal.

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Sommerkrimis

Zum Start der Urlaubssaison sind gleich drei neue Krimis erschienen, die sich mit Brasilien oder Portugal beschäftigen.

Edney Silvestre: Der stumme ZeugeIm Mittelpunkt des neuen Krimis Der stumme Zeuge (Originaltitel: A felicidade é fácil, übersetzt von Kirsten Brandt) von Edney Silvestre steht die Vetternwirtschaft unter dem früheren brasilianischen Präsidenten Collor de Mello.  Maike Albath hat das Buch für Deutschlandradio Kultur sehr positiv rezensiert und konstatiert, dass man nach der Lektüre „die aktuellen Geschehnisse in Brasilien in einem anderen Licht“ sehe.  Die Verquickung von Polizei, Politik und Justiz ist leider kein neues Phänomen.

Patrícia Melo: Trügerisches LichtAuch in Patrícia Melos neuem Krimi Trügerisches Licht (Originaltitel: Fogo-fátuo, übersetzt von Barbara Mesquita) geht es um ein Brasilien, das immer mehr ins Chaos stürzt. Angesiedelt ist die Handlung in der glamourösen Medienwelt, wo während einer Theatervorstellung der Serienstar Fábbio Cássio einem geschickt inszeniertem Mord zum Opfer fällt. Patrícia Melo ist die hierzulande bekannteste brasilianische Krimiautorin und wurde schon mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Neben anderen Autoren findet der neue Roman auch in einem Interview mit Michi Strausfeld im Deutschlandradio Kultur Erwähnung.

Luis Sellano: Portugiesisches ErbeMit Portugiesisches Erbe. Ein Lissabon-Krimi erscheint erstmals ein Städte-Krimi. Der Autorenname Luis Sellano lässt einen portugiesischen Autor vermuten. Das ist allerdings nicht der Fall. Hinter dem Pseudonym versteckt sich der Autor Oliver Kern aus Baden-Württemberg. Wie so häufig, war der Verlag der Meinung, dass sich zum Portugal-Thema auch ein portugiesischer Name gehört. Inhaltlich geht es um den ehemaligen Polizeikommissar Henrik Falkner, der von seinem Onkel ein Haus mit Antiquitätenladen in Lissabon erbt und erfährt, dass dieser Onkel hauptsächlich Stücke gesammelt hat, die mit Kriminalfällen in Verbindung stehen. Sicher eine eher amüsante und leichte Urlaubslektüre für Lissabon-Urlauber.

Alle drei Titel finden Sie natürlich in unserem Sortiment oder können Sie online in unserem Webshop bestellen.

Edney Silvestre: Der stumme Zeuge, Limes 2016, 19,99 EUR

Patrícia Melo: Trügerisches Licht, Tropen 2016, 14,95 EUR

Luis Sellano: Portugiesische Erbe, Heyne 2016, 14,95 EUR

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Prémio Camões 2016 geht an Raduan Nassar

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2016 an den brasilianischen Autor Raduan Nassar verliehen.  Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Im letzten Jahr wurde die portugiesische Schriftstellerin Hélia Correia ausgezeichnet.

Raduan Nassar wurde 1937 in Pindorama geboren, seine Eltern waren in den 1920er aus dem Libanon nach Brasilien emigriert. Er hat insgesamt nur drei Bücher veröffentlicht, die jedoch nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben und in viele Sprachen übersetzt wurden. Seine beiden Romane Um copo de cólera und Lavoura arcaíca wurden in den 1970er Jahren in Brasilien veröffentlicht, die deutschen Übersetzungen erschienen bei Suhrkamp, sind jedoch im Moment nur noch antiquarisch lieferbar. Mitte der 1990er Jahre folgte der Erzählband Menina a caminho, der bisher nicht in deutscher Übersetzung vorliegt.

Raduan Nassar hat sich nach dem Erfolg seiner beiden Romane in den 1980er Jahren nahezu vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und sich der Landwirtschaft auf seiner Quinta gewidmet. Er tritt bis heute nur sehr selten in Erscheinung, daher hatte seine öffentliche Unterstützung für Dilma Rousseff in den letzten Wochen besonderes Gewicht in der brasilianischen Öffentlichkeit.

Ein ausführlicher Artikel zu Raduan Nassar erschien in der portugiesischen Zeitung Público.

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Chico Buarque: Mein deutscher Bruder

Chico Buarque: Mein deutscher BruderChico Buarque, seit den 1960er Jahren einer der bekanntesten brasilianischen Sänger, hatte einen deutschen Halbbruder. Sergio Günther war der Sohn von Chico Buarques Vater, dem bekannten Historiker Sérgio Buarque de Holanda, der in den 1930er Jahren als Journalist in Berlin war und der jungen Deutschen Anne Ernst. Sergio wurde adoptiert und war als Sergio Günther ein erfolgreicher Moderator und Sänger in der DDR. Er starb 1981, sodass sich die singenden Halbbrüder nie begegnet sind.

In Chico Buarques Familie war die Existenz des Halbbruders zunächst ein gut gehütetes Geheimnis, von dem er erst mit Mitte 20 erfuhr.  Jetzt, Jahre später und inzwischen auch als Schriftsteller erfolgreich, ist diese zweifellos spannende Familiengeschichte Ausgangspunkt für seinen Roman O irmão alemão, der 2015 im Original erschien und jetzt in deutscher Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner bei S. Fischer mit dem Titel Mein deutscher Bruder veröffentlicht wurde.

Chico Buarque: O irmão alemãoDer Roman, in dem der Protagonist Ciccio heißt und auch nur einen Bruder und nicht wie im wirklichen Leben sechs Geschwister hat, ist Ergebnis einer jahrelangen Recherche von Chico Buarque, die besonders in dieser Reportage der portugiesischen Zeitung Público sehr gut dokumentiert ist.

Für die deutschen Leser ist auch ein Beitrag von Deutschlandradio Kultur interessant.

Original und Übersetzung erhalten Sie wie immer bei uns in der Buchhandlung.

Chico Buarque: Mein deutscher Bruder, S.Fischer 2016, 19,99 EUR

Chico Buarque: O meu irmão alemão, Companhia das Letras, 22,50 EUR

 

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