Monatsarchiv: Juni 2016

Contos com nível – einfache Texte für Portugiesischlerner

Mit dem von Ana Sousa Martins entwickelten Contos com Nível   veröffentlicht der  portugiesische Verlag Lidel einen weiteren „Easy Reader“. Nach Histórias de bolso, das sich an fortgeschrittene Lernende richtet (Niveaus B2/C1) wendet, hat der neue Band mit eigens entwickelten Geschichten Lernende der Niveaustufe A2 als Zielgruppe.

Ana Sousa Martins: Contos com nívelDas Buch enthält 17 Geschichten, die jeweils nicht länger als 2-3 Buchseiten umfassen. An jede Erzählung schließen sich Übungen zum Textverständnis, aber auch zu Grammatik und Vokabelarbeit an. Die Texte selbst verfügen über Vokabelerklärungen unbekannter Wörter in portugiesischer Sprache. Ein Lösungsschlüssel rundet das Buch ab, das sich daher auch  prima im Selbststudium einsetzen lässte.

Es versteht sich von selbst, dass das Buch ab sofort bei uns in der Buchhandlung oder online erworben werden kann.

Ana Sousa Martins: Contos com nível, Lidel 2016, bei TFM für 18,00EUR

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Count-Down am Xingu V – Premiere in Frankfurt

Der Frankfurter Dokumentarfilmer Martin Keßler begleitet seit vielen Jahren den Konflikt um den drittgrößten Staudamm der Welt – Belo Monte – im brasilianischen Amazonasgebiet. Den fünften und abschließenden Teil seiner spannenden Reportage Count-Down am Xingu stellt er am 5. Juli um 19.30 Uhr im Frankfurter Haus am Dom, Domplatz 3 vor.

xingu5Im Mai 2016 hat die brasilianische Präsidentin Dilma Roussef „Belo Monte“ offiziell eingeweiht. Den drittgrößten Staudamm der Welt am Amazonasfluss Xingu. Dafür wurden der Urwald gerodet, Fischer und Indigene vertrieben, 40.000 Menschen zwangsumgesiedelt. Strom für multinationale Aluminiumkonzerne und das Schwellenland Brasilien. „Alles gegen das Gesetz“, so die zuständige Staatsanwältin.

Der Film erzählt die vorerst letzte Etappe beim Bau des Megastaudamms – die Flutung. Und deren Vorgeschichte und Hintergründe: den gigantischen Korruptionsskandal „Petrobras“ um die großen brasilianischen Baukonzerne. Jene Konzerne, die Belo Monte gebaut haben. Und die Stadien zur Olympiade in Rio.

„Ohne Korruption wäre Belo Monte nicht gebaut worden“, sagt der katholische Bischof Erwin Kräutler. Und kritisiert europäische Firmen wie Siemens, die die Turbinen für den „Staudammwahn“ liefern. Inzwischen ist die brasilianische Präsidentin selbst einem bizarren Machtkampf als Folge des Korruptionsskandals zum „Opfer“ gefallen. Doch der Konflikt geht weiter. Am Fluss Tapajos, wo der Stamm der Munduruku gegen weitere Großstaudämme kämpft. Und ein weltweites Wirtschaftssystem, das „Mutter Erde“ immer mehr zerstört.

Eine Kurzfassung des Films und der vorherigen Teile kann man schon auf youtube sehen.

Eintritt 7 EUR, ermäßigt 4 EUR

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Dois por Quatro – Chorinho in der Brotfabrik, am 17.Juni

Die Frankfurter Brotfabrik präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Brasilianischen Kulturverein CCBF e.V. am kommenden Freitag, 17. 06. ab 20.00 Uhr ein Konzert der Gruppe Dois Por Quatro.

Dois por QuatroDois por Quatro sind fünf Freunde, die sich zusammengefunden haben, um gemeinsam Musik zu machen und in vielen Choro Jam Sessions an ihrem Stil feilten. Den präsentieren sie mit großer Virtuosität, Improvisation und Arrangements voller Swing und Drive. „Gafieiras e Maxixes“ heißt das Motto der Show von Deni Domenico (Cavaquinho), Wesley Ferreira (7-saitige Gitarre), Allan Abbaddia (Posaune), Yves Finzetto (Pandeiro) und Leandro Oliveira (Flöte).

Tickets zum Preis von 14,20 EUR bekommen Sie im Vorverkauf bei uns in der Buchhandlung oder für 15 EUR an der Abendkasse der Brotfabrik (soweit verfügbar).

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Prémio Camões 2016 geht an Raduan Nassar

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2016 an den brasilianischen Autor Raduan Nassar verliehen.  Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Im letzten Jahr wurde die portugiesische Schriftstellerin Hélia Correia ausgezeichnet.

Raduan Nassar wurde 1937 in Pindorama geboren, seine Eltern waren in den 1920er aus dem Libanon nach Brasilien emigriert. Er hat insgesamt nur drei Bücher veröffentlicht, die jedoch nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben und in viele Sprachen übersetzt wurden. Seine beiden Romane Um copo de cólera und Lavoura arcaíca wurden in den 1970er Jahren in Brasilien veröffentlicht, die deutschen Übersetzungen erschienen bei Suhrkamp, sind jedoch im Moment nur noch antiquarisch lieferbar. Mitte der 1990er Jahre folgte der Erzählband Menina a caminho, der bisher nicht in deutscher Übersetzung vorliegt.

Raduan Nassar hat sich nach dem Erfolg seiner beiden Romane in den 1980er Jahren nahezu vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und sich der Landwirtschaft auf seiner Quinta gewidmet. Er tritt bis heute nur sehr selten in Erscheinung, daher hatte seine öffentliche Unterstützung für Dilma Rousseff in den letzten Wochen besonderes Gewicht in der brasilianischen Öffentlichkeit.

Ein ausführlicher Artikel zu Raduan Nassar erschien in der portugiesischen Zeitung Público.

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